Vechta braucht nur EINE City

Wenn man sich in Vechta Gedanken macht um die Gestaltung der Innenstadt, dann sollte das nicht ohne die Vechtaer Kaufmannschaft geschehen. Denn sie sind es letztlich, die mit ihrem Angebot Kunden anziehen und somit die Stadt mit Leben erfüllen.

Mit dem Ausbau des Möbelhauses Nemann und der Erweiterung des Warenangebotes mit sogenannten „innenstadtrelevanten Waren“ läuft Vechta Gefahr, sich zu dezentralisieren. Entsprechendes gilt für die Verlagerung von Rucksack.de. Die Befürchtungen der Vechtaer Kaufleute sind berechtigt, denn eine zu hohe Konzentration eines solchen Warenangebotes außerhalb von Vechtas Innenstadt führt zur Bildung eines zweiten Zentrums. Viele Bürgerinnen und Bürger werden sich dann fragen: Warum soll ich in die Stadt fahren, wenn ich doch auch schon knapp vor den Toren zwischen OBI und Nemann alles bekommen kann, was ich benötige?

Ein zweites Zentrum lässt beide Bereiche letztendlich eingehen. Ich selbst stamme aus dem Sauerland aus der Kreisstadt Arnsberg. Dort ist durch falsche Planung und Inwertsetzung genau diese Entwicklung eingetreten. Eine einstmals gut besuchte Altstadt (links) mit zahlreichen Geschäften, einem regelmäßigen Wochenmarkt, Cafés und Gaststätten gleicht inzwischen fast einer Geisterstadt, weil man in einem Kilometer Entfernung ein Einkaufszentrum (rechts) mit Lebensmittelangebot, einem Woolworthmarkt, Apotheke, Eiscafé und weiteren Geschäften gebaut hat und in einem weiteren Kilometer Entfernung sogar einen dritten Platz (links) mit Geschäften und Gastronomie bestückte.

Nach nur wenigen Monaten wechselten die Mieter bzw. Pächter der einzelnen Ladenlokale schneller als der Bürgermeister seine Unterwäsche und das Ergebnis ist inzwischen, dass man weite Wege zurücklegen muss, da es eigentlich kein Zentrum mehr gibt, an dem man sich umfassend versorgen kann. Selbst ehemals gut besuchte Geschäfte haben sich zurückgezogen oder geschlossen.

Dies gilt es in Vechta zu verhindern. Daher stimmen wir auf jeden Fall den Bedenken des HGV (Handels- und Gewerbeverein) Vechta zu und fordern im Rat keine weitere Ergänzung von innenstadtrelevanten Sortimenten in der Peripherie unserer Kreisstadt, denn Vechta braucht nur EINE City.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel in der OV vom 16.03.2011, S. 10 unten.

2 Gedanken zu “Vechta braucht nur EINE City

  1. Ich finde, das die Stadtentwicklung ihren normalen Lauf nimmt. Es ist nunmal so, das das jetzige Stadtzentrum keine großartigen Erweiterungsmöglichkeiten mehr bietet, rund um die Stadt ist alles zugebaut. Bei dem Famila Einkaufszentrum hat man im Gegensatz dazu sehr viel verfügbare Freifläche. Desweiteren würde die Umgehungsstraße in der Nähe sicherlich auch die Umsatzzahlen ankurbeln, da einige Reisende mal kurz einen „Abstecher“ in die Stadt machen würden.

    Nunja ist meine Meinung. Ich denke jede Stadt hat ihre Entwicklung, und die sollte man nicht künstlich behindern. Ich fände es auch schöner, wenn die bisherige Innenstadt beruhigter wäre, ein paar Eisdielen und die Gastronomie stehen bleiben würden, aber die zahlreichen Klamottenläden und „Fressgeschäfte“ ausgelagert werden würden.

    • Im Prinzip haben Sie natürlich recht. Doch gewisse Steuerungsmaßnahmen sind und bleiben notwendig, weil im anderen Fall eine Zersiedlung die Folge wäre. Jeder Euro kann nur einmal ausgegeben werden. Und wenn dies quasi vor den Toren der Stadt geschieht, dann fehlen diese Einnahmen den Geschäftsleuten in der Innenstadt. Genau darum geht es ja, wenn darauf geachtet werden muss, dass in der Peripherie einer Stadt nicht zu viel des innenstadtrelevanten Sortiments angeboten wird.
      Eine sehenswerte und attraktive Innenstadt ist in jedem Fall zu erhalten und durch städtebauliche Planung zu fördern. Dabei geht es auch darum, darauf zu achten, wer sich wann und wo ansiedelt. Der Markt reguliert nicht alles.
      Was uns in Vechta fehlt, das ist ein wirklicher Platz für Begegnung und Verweilen. Und das ganze sollte umrahmt werden durch kleinere Geschäfte. Das wäre dann ein Magnet, der Vechtas City gut zu Gesicht stünde.

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