CDU will Bürgernähe zeigen

Am 20. Mai, so berichtet die OV in ihrer Ausgabe vom 06.05.2011 auf S. 10, veranstaltet die CDU eine Radtour um Vechta, um anschließend auf dem Hagen mit Experten der Firma Weltec zum Thema Biogas zu diskutieren. Herr Dalinghaus stellt auf seiner Internetpräsenz zahlreiche Privatphotos mit Familie aus den vergangenen Urlaubsreisen ein. Vollmundig wird erklärt, dass man in den Reihen der CDU das Wahlprogramm „nicht in engsten Parteikreisen, sondern erst nach einer Reihe von Expertenrunden mit Bürgerbeteiligung“ aufstellen wolle. Hinzu sollen Frühschoppen und monatliche Infoveranstaltungen treten.

Hört sich doch gut an, oder? Wäre es auch, wenn man sich wirklich künftig dazu durchringen könnte, den Bürgerinnen und Bürgern auch während des fünfjährigen außerwahlkämpferischen Alltags diese Bürgernähe zu demonstrieren. Entscheidungen fallen doch nicht nur alle fünf Jahre. Wo ist sie da, die Bürgernähe? Wo sind denn da die umfassenden Informationen, und vor allem, wo ist da die Bürgerbeteiligung? Das Zelt vor dem Museum am 1. Mai ist doch auch deshalb gefloppt, weil Jugendliche, für die es eigentlich gedacht war, bei der Planung gar nicht beteiligt waren, obwohl die Idee vom Ansatz her ja gut war.

Frühschoppen und Infoveranstaltungen sind zwar gut und schön, aber wie zumindest der zweite Name schon sagt, dienen sie nur der Information der Bürgerinnen und Bürger – die Entscheidungen sind dann bereits gefallen. Also wieder nur eine Einbahnstraße. Vechtas Bevölkerung ist in all ihren sozialen, gesellschaftlichen und politischen Gruppierungen und Altersklassen nicht nur Stimmenabgeber bei Wahlen, um die man sich, weil es opportun ist, alle fünf Jahre einmal bei Kaffeekränzchen, Stammtischen, Radtouren und Volksbelustigungen kümmern sollte. Unlängst sagte gar ein Ausschussmitglied der CDU, es reiche ja, wenn der Bürger alle fünf Jahre sein Kreuzchen mache. Private Einblicke ins Familienleben mögen zwar süß und rührend anmuten und vielleicht auch die ein oder andere Stimme bringen, aber Bürgernähe sieht wahrlich anders aus, denn es ist doch klar, dass die Damen und Herren im Rat aus der Stadt stammen und auch ein Privatleben haben, ob mit oder ohne Familie.

Auf grinsende Gesichter von Kandidaten und deren Familien vor einer Wahl kommt es wirklich nicht an, viel wichtiger sind die lächelnden und zufriedenen Gesichter aller Bürgerinnen und Bürger nach der Wahl.

R. Schulte

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