Ehrung der Bürgermeister – ein Riesenproblem?

Die OV berichtet in ihrer Ausgabe vom 19.05.2011 auf S. 10, dass die Art und Form der geplanten Ehrung der Alt-Bürgermeister zunächst in den Fraktionen diskutiert werden soll, bevor es zu einer erneuten Vorlage in Ausschuss und Rat kommt.

Kann man machen, muss man aber nicht. Ein Thema, was wirklich nicht so unendlich schwer ist, kann man auch bis in alle Ewigkeit weiter diskutieren. Wir können das diskutieren, obwohl wir dazu bereits eine klare Position haben. Ich fasse hier einmal den Stand der Dinge zusammen:

Der Plan kam durch einen Antrag von WirFÜRVechta auf (die CDU hatte ihn angeblich eher – wie auch immer), den verstorbenen Bürgermeister Kühling zu ehren, indem man eine Straße nach ihm benennen möge. Als Vorschlag wurde von uns eine Zuwegung zum Stoppelmarkt genannt, weil der Name Kühling mit diesem Volksfest eng verbunden wird. Als Gegenvorschlag der CDU gings dann darum, die beiden neuen Kreisverkehre nach Kühling und Möller zu benennen, was aber allgemein auf wenig positive Resonanz stieß. Inzwischen hatte sich auch der zu ehrende Personenkreis um den Namen Möller erweitert. Zwei Kreisverkehre, zwei Namen – konsequent. Dann meldeten sich weitere Bürgerinnen und Bürger zu Wort, die noch andere Personen geehrt sehen wollten. Aus Ermangelung an weiteren Kreisverkehren kam dann ins Spiel, Straßen im neuen Baugebiet Telbrake nach Bürgermeistern und Widerstandskämpfern zu benennen. Das sieht inzwischen Thomas Frilling im Namen der CDU-Fraktion kritisch. Warum das kritisch sein soll, wird im Zeitungstext nicht erwähnt. Stattdessen befürwortet er nun Straßenumbenennungen im Stadtgebiet, was wiederum von unserer Fraktion  für „problematisch“ gehalten wird, doch dazu später mehr. Herr Hillen von den Grünen regt an, die Straßen umzubenennen, in denen die zu Ehrenden einstmals gewohnt haben, was nahe am Vorschlag von Herrn Frilling liegt. Und last but not least will Bürgermeister Bartels die Ehrung durch Kranzniederlegungen an Totensonntag und / oder Allerheiligen vornehmen.

Kommen wir zunächst zu den Umbenennungen welcher Straßen auch immer: WirFÜRVechta sieht das kritisch, weil es im Ansatz nicht klar zu übersehende Folgen nach sich ziehen würde. Umbenennungen bedeuten für die dort lebenden Bürgerinnen und Bürger zahlreiche formale Tätigkeiten (sie müssen ja allen Menschen, Verwaltungsstellen, Firmen etc, mit denen sie in Kontakt sind, die Änderung bekannt machen). Folgeschwierigkeiten sind zu erwarten, wenn es um das Auffinden der Straßen geht (zum Beispiel durch Paketdienste etc.), zusätzliche Kosten für die Menschen (neue Stempel, neue Adressaufkleber, neu, neu, neu). Dabei spielt es dann keine Rolle, ob in der Straße zuvor Herr Kühling gewohnt hat oder eben nicht.

Da ist es doch wesentlich leichter, Straßen von vornherein zu „taufen“ und ihnen dann einen Namen zu geben, den sie von Anfang an haben und behalten können, was sehr für das Telbraker Baugebiet spricht oder eben jedes andere Neubaugebiet im Bereich Vechtas. Oder hat man Bedenken, das Prinzip nicht durchhalten zu können? Es gibt ein Vogelviertel, ein Hauptstadtviertel, ein Dichterviertel, ein Getreideviertel, ein Komponistenviertel und und und. Denn Vögel, Hauptstädte, Dichter, Getreide und Komponisten gibt es mehr als genug. Hat man Sorge, dass man nicht auf genug verdienstvolle Vechtaer Bürgerinnen und Bürger kommt, die einem gesamten Neubaugebiet als Namenspatron dienen könnten?

WirFÜRVechta versteht nicht so ganz die Bedenken, die sich im Kulturausschuss angesammelt haben und eine Rückverweisung an die Fraktionen nötig erscheinen ließen.

Kranzniederlegungen und Erinnerungen an die Toten zu Totensonntag und / oder Allerheiligen sind etwas sehr Pathetisches. So ein öffentlicher Akt gebührt vielleicht den Toten der Kriege und Gewaltherrschaft in Deutschland, Opfern von Terrorangriffen wie auf Ground Zero in New York – aber für die schlichte Erinnerung an einen Ehrenbürger der Stadt wäre ein dauerhafte Straßenbenennung sicher angemessener, auch wenn dann die führenden Volksvertreter bei einer Kranzniederlegung nicht so öffentlichkeitswirksam jährlich in der Presse erscheinen könnten. Vielleicht lichtet man sie ja dann ab, wenn sie vor dem entsprechenden Straßenschild posieren und in ehrfürchtiger Andacht darauf zeigen.

Damit aber auch das nicht nötig ist, schlagen wir vor, die möglichen neuen Straßenschilder mit einer Zusatzinformation über den Namenspatron zu versehen, wie man auf der folgenden Abbildung erkennen kann. Aus den oben genannten Gründen sind wir gegen eine Umbenennung bestehender Straßen und für die Ehrung durch Straßentaufen im Telbraker Baugebiet.

Straßenschild mit Zusatzinfo

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2 Gedanken zu “Ehrung der Bürgermeister – ein Riesenproblem?

  1. Aufjedenfall die bessere Idee! Danke WfV.

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