Verkehrszählung: Entlastung der Stadt

In ihrer Ausgabe vom 27.05.2011 berichtet die OV auf S. 19 von der aktuellen Verkehrszählung des Landkreises. „Die Verkehrsbelastung der Kreisstraßen hat sich durch die neue Ortsumgehung und durch die LKW-Maut auf Autobahnen verändert“, heißt es dort. „Und selbst bei einer unveränderten Gesamtzahl von Fahrzeugen sind die Anteile von Autos und Lastwagen heute teilweise völlig anders als vor zehn Jahren.“

Als Beispiel der Veränderung nannte der zuständige Amtsleiter Otto Langeland die Kreisstraße 333. Die Zahl der Fahrzeuge auf dem Bokerner Damm ist zwischen 2000 und 2010 von 5300 auf 6000 gestiegen, darunter zuletzt 424 statt damals 296 Schwerlaster.

Das ist in unseren Augen besorgniserregend vor dem Hintergrund der geplanten Schließung der Paulus-Bastei. Nach dieser Schließung für den Kraftfahrverkehr (Autos, Krafträder etc.) werden Verkehrsströme aus dem Vechtaer Westen über die dann zur Verfügung stehenden Achsen, nämlich die Falkenrotter Straße und den Bokerner Damm / Rombergstraße, abgeleitet. Das wird zu einer zusätzlichen Belastung vor allem des heute schon stark frequentierten Bokerner Dammes führen. Vor allem zu den Stoßzeiten im morgendlichen und nachmittäglichen Berufsverkehr wird es zu einer Belastungsprobe für die Anwohner im Westen werden, da zu diesen Zeiten heute schon eine Ausfahrt von der Vechtaer Marsch auf den Damm mit Behinderungen und Wartezeiten verbunden ist.

Die Unfälle an der Einmündung sind inzwischen an der Tagesordnung, da Ungeduld bei der Ausfahrt oftmals bestraft wird mit Blechschäden oder Schlimmerem. Diese Gefahr wird sich nach der Schließung der Paulus Bastei erhöhen.

Ins Industriegebiet West einfahrende Schwerlaster vom Bokerner Damm behindern schon jetzt zusätzlich den Verkehr, da die Einfahrt über die schmale Moorbachbrücke für diese kaum zu schaffen ist, wenn an der Ausfahrt Pkw auf eine Möglichkeit zum Abbiegen Richtung Innenstadt warten.

Und zu guter Letzt darf man nicht vergessen, dass der Bahnübergang an der Rombergstraße (auf Höhe des Finanzamtes) ja auch weiterhin zweimal pro Stunde geschlossen sein wird. Dadurch kommt es schon jetzt in den Hauptverkehrszeiten zu erheblichen Rückstaus bis teilweise auf den Bokerner Damm. Zusätzlich behindernd wirken dann unmittelbar hinter dem Bahnübergang Linksabbieger in die Hagener Straße, die nach Schrankenöffnung erst den Gegenverkehr durchlassen müssen. Sie wollen durch die Hagener Straße die Ampelkreuzung an der Wintermarsch/Sophienstraße umgehen.

Das alles wird sich künftig verschärfen und zeigt einmal mehr, dass die Stadt mit ihren verkehrstechnischen Planungen den aktuellen Entwicklungen hinterherhinkt.

Aus den neuen Zahlen sei auch der Effekt der Nordspange ablesbar: „Sie bringt der Stadt enorme Entlastung.“

Vielleicht kommt man am Ende doch noch zu der Erkenntnis, dass es ein einfacher Kreisverkehr an der Petersburg auch getan hätte.

Die jetzige Konzeption der Verkehrsplanung und -umgestaltung erinnert eher an Domino-Day: Stößt man einen Stein an, fallen nach und nach die anderen auch. Oder vielleicht gefällt ja auch das Bild besser von dem Gärtner, der nicht weiß, wohin mit dem Bodenaushub von einem kleinen Gartenteich. Seine Idee: Kein Problem – ich schaufel einfach ein Loch und schütte den Aushub dort hinein. So etwas nenne ich Flickschusterei. Aber so wird es kommen. WirFÜRVechta wartet gespannt, wo denn das nächste Loch gebuddelt werden wird.

2 Gedanken zu “Verkehrszählung: Entlastung der Stadt

  1. „Aus den neuen Zahlen sei auch der Effekt der Nordspange ablesbar: „Sie bringt der Stadt enorme Entlastung.“

    Diese Straße ist meines Erachtens eine komplette Fehlplanung. Der Schwerlastverkehr von Goldenstedt in Richtung Autobahn bzw. Cloppenburg/Ahlhorn verlagert sich nicht auf die Nordspange – Dafür gibt es einen ganz einfachen Grund: Die Nordspange Vechta gibt es schon seit Jahrzehnten, zumindest wenn man sich die Verkehrsströme anschaut: Die K254 vom Deutschen Haus durch die Ortschaften Lutten, Westerlutten, Holtrup und schließlich bis Langförden.
    Ich als unmittelbarer Anwohner der K254 in Lutten, kann bestätigen, dass die inoffizielle Nordspange für Vechta die K254 ist. Bei einer Verkehrszählung kam ich zu Spitzenzeiten auf 130 LKW die Stunde und davon viele mit eindeutig überhöhter Geschwindigkeit (und dass vorbei an Sportplatz, Supermarkt Coma und Kindergarten in Lutten).
    Die Nordspange ist eine komplette Fehlplanung, dadurch, dass sie den Ortskern Holzhausen zerstört hat und das eigentliche Problem gar nicht erkannt wurde: Die K254, direkt durch Lutten (im OV-Artikel sogar explizit als „LKW-Achse“ erwähnt).
    Ich frage mich da: Warum wurde die Nordspange nicht in Zusammenarbeit mit der Gem. Goldenstedt geplant ???
    Eines ist sicher: Die Nordspange wird enorm stärker von LKW frequentiert werden, sollte die K254 für alle Fahrzeuge über 7,5T gesperrt werden. Gerade auch für die Schulwegsicherheit in Lutten (K254 muss zur zentralen Bushaltestelle „Kirche“ und zum Bahnhof Lutten mehrmals täglich überquert werden) ist dies elementar wichtig – Ich erfahre die K254 selbst als ich möchte fast sagen „Gefährliche Verkehrsachse im Dorf“.
    Ebenfalls wäre eine Sperrung für KFZ über 7,5T ab dem Kreisel Oyther Berg wichtig um den Schwerlastverkehr der über den östlichen Stadtring und die Oyther Straße Richtung DH und Lohne weiterfährt aus der Stadt über die Umgehungsstraßen zu lenken.

    • Hallo Maik, deine Anregungen sind sehr interessant und WirFÜRVechta wird prüfen, ob es möglich ist, im Rat der Stadt oder einem der Ausschüsse einen Antrag zu stellen, der die Stadt Vechta dazu auffordert, sich beim Landkreis (es handelt sich um eine Kreisstraße, die nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich der Stadt Vechta fällt) dafür zu verwenden, dass eine Regelung getroffen werden kann, die deine Vorschläge berücksichtigt. Auch die Idee, in solchen Fragen durchaus mit Goldenstedt zusammenzuarbeiten halten wir im Sinne der Sachorientierung für angemessen. Herzlichen Dank für dein Mitdenken und dein Engagement.

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