Keine Skyline für Vechta!

Neue Gebäude in der Innenstadt sind immer so eine Sache, sollten sie sich doch in die bestehende Bebauung einfügen, um den Anblick eines gewachsenen Gesamtensembles nicht zu zerstören. Nun kann von einem harmonischen Eindruck am Bremer Tor gewiss nicht die Rede sein, denn dieser Teil Vechtas gehört sicher nicht zu den Aushängeschildern der Stadt. Massiv verschandelt wurde dieser Bereich durch den Gigantismus der 70er Jahre, im Zuge dessen das Selve-Hochhaus erbaut wurde. Auch der gegenüber liegende Bau (Grieshop) ist protzig, klotzig  und einfach zu hoch. Nach Norden hin, in die Bremer Straße, fallen die Gebäudehöhen stadtauswärts deutlich wieder ab.

Wie die OV in ihrer Ausgabe vom 3.6.2011 auf S. 10 berichtet, hat sich nun für das Gelände hinter Hotel und Apotheke, also das Areal des ehemaligen Josefsheims, ein Investor gefunden, der hoch hinaus will. Bernd Lamping (Elektro Lamping) will, wie man heute so schön sagt, viel Geld in die Hand nehmen und an der Bremer Straße zwei dreistöckige, zur Oldenburger Straße hin ein sechstöckiges und noch ein weiteres dreistöckiges Gebäude errichten. Das höchste von ihnen soll einen zweigeschossigen Sockel bekommen, auf dem dann zwei Türme mit je vier weiteren Etagen ruhen. Die Höhe des größten Gebäudes würde damit, so war aus dem Bauausschuss der Stadt zu erfahren, das Grieshop-Gebäude sogar noch um einen Meter überragen. Zum Vergleich: Das Hotel „Bremer Tor“ hat vier Stockwerke.

Die Fehler der Vergangenheit sind vergessen, am Bremer Tort gehts weiter hoch hinaus. Der Selve-Turm galt einst als modern und sollte von wirtschaftlicher Stärke der Stadt zeugen. Inzwischen würde man ihn gerne los werden, doch findet sich niemand, der einen Abriss bezahlen möchte. Lange hat es ja nicht gedauert, dass man diesen Baustil gut fand. Und offenbar scheint man auch vergessen zu haben, dass „groß“ nicht immer auch gleich „gut“ ist. Grieshop ist auch nur unten schön. Wenn man hochschaut, dann …. Und dennoch solls nun weiter hoch hinaus gehen.

Im Jahr 2005 (also vor nur sechs Jahren) wurde in einem Cima-Gutachten angeregt, die Stadt, also den Geschäftsbereich, nicht weiter in Richtung Norden auszuweiten, um nicht zusätzlich Kaufkraft aus der Innenstadt abzuziehen. Berücksichtigen müsse man dabei vor allem auch einen eventuellen Ausbau und eine Umgestaltung des Neuen Marktes. Nun, nur sechs Jahre später, hat ein Investor in Vechta eigene neue Pläne, die dem Gutachten widersprechen. Und da muss eben ein neues Gutachten her —- bis das Ergebnis stimmt?

Tröstlich ist, dass Bartels von einer „sensiblen Ecke“ spricht, aber er will die Stadt auch in der Innentsadt wachsen lassen (das geht eben nur nach oben). Und auch Dalinghaus (CDU) sieht noch „Gesprächsbedarf, was die Gebäudehöhen angeht“.

Sicher, Vechta wächst, aber wir sind und bleiben eine mittelgroße Kleinstadt, die ihren eigenen Charme und Flair hat. Und diesen Flair sollte sie auch behalten und bewahren. Gigantismus mag zwar dem Ego der ein oder anderen Person schmeicheln, der Gesamtheit der Bürgerinnen und Bürger nutzt er nicht.

In Vechta brauchen wir keine Skyline, die unser angebliches Wirtschaftspotenzial widerspiegelt. Denn in Wirklichkeit ist es doch nur das Interesse Einzelner, die viel Geld in die Hand nehmen, um danach noch mehr Geld herauszuholen.

WirFÜRVechta lehnt solche Pläne jetzt und auch in Zukunft ab.

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