Presseerklärung zur Situation auf dem Wohnungsmarkt in Vechta

Mietwohnungsbau ist langfristige Zukunftsinvestition

Die Stadt wie auch der gesamte Landkreis Vechta sind eine prosperierende Wachstumsregion: Im Gegensatz zu vielen anderen Städten und Kreisen hat Vechta immer noch einen leichten Geburtenüberschuss und Zuwanderungsgewinne zu verzeichnen. Dies bringt auf dem Hintergrund sich verschärfender Flächenkonflikte eine zunehmende Verknappung des Wohnraums mit sich und fordert die Kommunalpolitik zu langfristigen Steuerungsmaßnahmen heraus.

Auch um den wachsenden Bedarf der heimischen Wirtschaft an Arbeitskräften decken zu helfen, ist die Schaffung von entsprechendem Mietwohnraum eine zentrale Infrastrukturmaßnahme. Die Stadt Vechta muss daher im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu beitragen, die Situation für wohnungssuchende Arbeitnehmer zu verbessern und darf die Lösung nicht allein den Marktkräften überlassen.

Bereits heute macht sich das Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage beim Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen gravierend bemerkbar. Vor allem junge Erwerbslose und Familien mit drei und mehr Kindern haben nach Informationen der kommunalen Gesellschaft für Wohnungsbau (GeWoBau mbH) und der Wohnungslosenhilfe des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) große Schwierigkeiten, in Vechta bezahlbaren Wohnraum zu finden. Diese soziale Not ist einer wohlhabenden Region wie der unseren unwürdig und bedarf schnellstmöglicher Verbesserung.

Die unabhängige Wählerinitiative Wir FÜR Vechta schlägt darum ein Bündel von Maßnahmen zur kurz- und langfristigen Verbesserung der Situation Wohnungssuchender vor:

1.    Maßnahmen für Familien und Studierende

•    Um die Tendenz privater Vermieter zu stoppen, größere und für Familien geeignete Wohnungen einzeln an Studierende unter zu vermieten, hilft die Stadtverwaltung, bis Ende kommenden Jahres ein neues, großes Wohnheim mit Appartements und Mehrzimmer-wohnungen für Studierende zu verwirklichen.
•    Das Seniorenbüro der Stadt Vechta, der Allgemeine Studierendenausschuss (ASTA) und die Universitätsleitung gründen eine Arbeitsgruppe, die Studierenden die Möglichkeit eröffnet, nach dem Konzept „Wohnen für Hilfe“ (z.B. http://www.wfh-koeln.de) bei Seniorinnen und Senioren zur Untermiete zu wohnen.

2.    Intensivere Einbindung der kommunalen Gesellschaft für Wohnungsbau:

•    Die Stadt Vechta wirkt darauf hin, dass die Gemeinden und der Landkreis Vechta als Gesellschafter der GeWoBau mbH auf die Ausschüttung der jährlichen Dividende verzichten, um die frei werdenden Beträge in den Bau weiterer familiengerechter Mietwohnungen zu investieren.
•    Alternativ dazu könnte die Stadt anstreben, dass die GeWoBau eine gemeinnützige Tochtergesellschaft gründet, deren Aufgabe sozialer Wohnungsbau sein wird.

3.    Mögliche Maßnahmen zur Investitionslenkung:

•    Gewährung von Investitionszuschüssen für den Bau von Mietwohnraum
•    Gewährung von zinsgünstigen Darlehen für Mietwohnungsbau
•    Bevorzugung von Bauherren, die in ihrem Eigenheim Mietwohnraum schaffen, bei der Vergabe von Bauplätzen
•    Lockerung der Beschränkungen der Geschossanzahl in neu auszuweisenden Baugebieten

Vechta im November 2012

Der Vorstand

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