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Wir FÜR Vechta fordert Denkpause

Fraktion: Umdenken bei der Ausweisung neuer Baugebiete und Untersuchung von Kahlschlag

Die Wählerinitiative Wir FÜR Vechta will, dass Politik und Verwaltung bis auf Weiteres die Ausweisung und Erschließung neuer Baugebiete stoppen. Sie setzt stattdessen auf die Auffüllung von Leerständen und eine zweijährige Phase, in der neu über die Flächennutzung innerhalb des städtischen Raums nachgedacht wird. Wie Mitglieder der Initiative berichten, hätten angesichts der gestiegenen Hypothekenzinsen und der Kostenexplosion im Baugewerbe bereits viele junge Paare und Familien ihre Bewerbung für den Erwerb von Bauland zurückgezogen. 

Volker Lampe, Mitglied des Ortsrats Langförden: „Bei uns wurde bereits der Wartelistenplatz 49 aufgerufen. Der Run auf die vorhandenen Bauplätze ist vorbei. Dennoch ist die Planung weiterer Neubaugebiete in vollem Gange. Die Politik muss schleunigst reagieren, damit wir nicht am Bedarf vorbeiplanen und keine weiteren Grünlandflächen mehr sinnlos versiegeln. Wir wissen, dass neu zu bauen das Klima deutlich stärker belastet, als vorhandene Bausubstanz umzugestalten.“ Er verwies auf das Ensemble am südlichen Kreuzweg, in dem früher mit einem Restaurant und einer Brauhaus-Gaststätte reges Leben geherrscht habe, das aber inzwischen verfalle.

Ratsherr Hölzen aus Vechta stellt fest: „Wir sind leider wenig ehrgeizig beim Schutz gewachsener Landschafts- und Siedlungsstrukturen. Ein krasses Beispiel dafür findet sich an der Vechtaer Wassermühle, wo in den vergangenen Jahren die Vegetation radikal abgeholzt wurde. Bis heute herrscht dort Ödnis, ohne dass sich irgendeine sinnvolle Nutzung der zerstörten Flächen abzeichnet. Das hat nicht nur die tierischen Bewohner dieser Biotope vernichtet, sondern auch die Lebens-qualität unserer Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigt.“ Die Fraktion spricht sich für eine gründliche Untersuchung dieses Vorgangs aus, damit sich Ähnliches, vor allem auch mit Blick auf das Waldgebiet am Reiterwaldstadion, in Zukunft nicht wiederholen kann. 

Nachnutzung der alten Feuerwehrtechnischen Zentrale

 „Wir für Vechta“ (WfV) will Kultur, kulturelle Bildung und Soziales in der Stadt fördern. Eine einmalige Chance bietet sich durch die Verlagerung der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ). Ein Neubau entsteht an der Oldenburger Straße, so dass die Stadt jetzt über die Nachnutzung auf dem alten Gelände, das anteilig bereits Stadt und Kreis gehören, nachdenken kann.  

Dazu bringt WfV jetzt eine neue Idee ein. „Es fehlen in der Stadt ein kommunales Kulturzentrum oder eine öffentliche Bibliothek. Wir brauchen ein modernes Konzept für einen Bürgertreff, für die verschiedenen sozialen und gesellschaftlichen Gruppen und Themen der Stadt.“ So fasst Helga Peters, Vereinsvorsitzende des WfV, erste Überlegungen für eine nun anstehende Debatte über die Nachnutzung der Alten Feuerwache im Stadtrat zusammen. 

Private Initiativen wie Radio- und Uhrenmuseum suchen ebenfalls nach neuen Räumlichkeiten. Eine Erweiterung von Begegnungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten in der Stadt würde den kulturellen und sozialen Zusammenhalt und die Integration in Vechta sehr fördern. „Statt eines möglichen Abrisses und einer weiteren privatwirtschaftlichen Investitionsplanung für die alte FTZ gibt es also vielleicht eine kulturelle Alternative, die der gesamten Öffentlichkeit in Zukunft zu Gute kommen kann,“ sagt „Wir für Vechta“-Fraktionsvorsitzender Frank Hölzen.

Daher schlägt WfV jetzt eine Eignungs- und Machbarkeitsstudie für eine  kulturelle Nachnutzung der Feuerwehrtechnischen Zentrale vor.

Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ)