Archiv des Autors: Pressesprecher

Über Pressesprecher

Pressesprecher der Wählerinitiative "WirFÜRVechta"

Kühling ohne Ende – Herr Suffner kommentiert

Bezug nehmend auf die Oldenburgische Volkszeitung vom 09.03.2011, S. 10:

Karneval ist vorbei, der Aschermittwoch läutet die Fastenzeit ein. Und fasten bedeutet verzichten. Dann will ich an dieser Stelle einmal versuchen, Herrn Suffners Vorwurf ernst zu nehmen und auf Klamauk zu verzichten. Besinnen wir uns auf Wesentliches.

Herr Suffner kann mit Sprache umgehen, das ist sein Geschäft und sein Beruf. Einmal mehr wird das in seinem Kommentar deutlich. Er schreibt dort in Spalte zwei: „Schon viel eher als die CDU wollte man Bernd Kühling ehren – mit einer Straße zur Westerheide. Wegen seiner Verdienste? Oder nur, um der CDU im Wahlkampf eins auszuwischen?“ Ich übersetze ins Sachliche: ‚Wenn ein anderer als die CDU einen verdienten Bürger der Stadt ehren möchte, dann kann diese Absicht nur billigen Rachegelüsten entspringen.‘ Das entspringt einem Denken, das sich in Vetternwirtschaft und Seilschaften bewegt und einen alleinigen Wahrheitsanspruch einer führenden Partei impliziert. Kann sich Herr Suffner nicht vorstellen, dass auch oppositionelle Kräfte durchaus selbstlos und ganz ohne Hintergedanken eine Ehrung befürworten, einfach nur, weil Bernhard Kühling durch sein Wirken wirklich das Stadtbild und vieles andere mehr entscheidend mitgeprägt hat? Und wenn es um Ehrung geht, warum kann man bei einem solchen doch eher ethischen Thema nicht wirklich einmal an einem Strang ziehen und sagen: Gute Idee der Opposition, da arbeiten wir einmal konstruktiv mit. Nein, Herr Suffner, nicht WirFÜRVechta will der CDU eins auswischen. Es ist vielmehr die CDU, die hier den Boden der Sachlichkeit verlassen hat und Klamauk macht.

Doch weiter: „Die beiden Kreisel der verhassten Entlastungsstraße sollen auf jeden Fall nach Esslinger und Dalinghaus oder wahlweise nach Dick und Doof benannt werden.“ Als ich das las, fragte ich mich: Wie kann ich eine Straße hassen? WirFÜRVechta hasst die Straße nicht, denn sie ist ein Ding, eine Sache. Wir sind von der Unsinnigkeit dieses Bauwerks überzeugt und haben dies immer wieder mit sachlichen Argumenten und Einwänden untermauert, warum wir sie für unsinnig halten. Kaum jemand jedoch macht sich mit den Fakten vetraut. Sachlich bleibt auch da die CDU nicht, wenn sie Begriffe wie ‚Lügner‚ benutzt und Fakten eher verheimlicht als offensiv vetritt. Und was die Namensgebung angeht: Die Kreisel sollen nicht „auf jeden Fall“ so heißen. Wer den Artikel auf unserer Internetseite richtig gelesen hat, weiß auch, dass das ein Spaß war. Was Sie daraus machen, Herr Suffner, das ist Augenwischerei. Das ist boshaftes Unterstellen, das ist Unsachlichkeit und Häme. Das ist eines Lokalreporters, der sich immer wieder den Anschein von Sachlichkeit zu geben bemüht ist, nicht würdig.

Und weiter gehts: „Steht auf der Internetseite der nach eigener Wahrnehmung einzigen nicht korrupten politischen Organisation Vechtas. Die nächste Ratssitzung wird unterhaltsam bis niveaulos.“ Ein gefährliche Wortkombination, denn hier werden WirFÜRVechta in einem Atemzug genannt mit den Begriffen korrupt und niveaulos. Nach eigener Wahrnehmung verschärft die Aussage noch, denn sie beinhaltet, dass alle anderen eben genau das nicht so sehen. Die Mehrheit der Bevölkerung, so suggeriert Herr Suffner, hält WirFÜRVechta also für korrupt. Das ist die Botschaft, die beim Leser ankommen soll. Darum stellt sich die Frage, wo hier die Niveaulosigkeit ihren Sitz hat. Immerhin erwähnt Herr Suffner in diesem Zusammenhang unsere Internetseite, die wir den Bürgerinnen und Bürgern durch eine Presseerklärung vorstellen wollten. Diese Presseerklärung fiel allerdings einer OV-internen Zensur zum Opfer und wurde nicht veröffentlicht.

Und dann noch dies: „Wir für Vechta deckt noch ganz viele Skandale auf …“ Wir sind uns nicht zu schade einzugestehen, dass die CDU im Rat und für die Stadt durchaus gute Arbeit vorweisen kann. Das aber kann und darf kein Freibrief sein. Bei Wikipedia findet sich unter dem Stichwort ‚Opposition‘ der folgende Eintrag: Nach heutiger Sichtweise hat die Opposition in der (…) parlamentarischen Demokratie Deutschlands einige grundlegende Aufgaben. Dazu gehören die Kritik, die Kontrolle und das Aufzeigen von Alternativen an den Gesetzesvorschlägen der Regierung. Die Opposition kontrolliert also die Regierung. Wir nehmen diese Aufgabe ernst. Doch wir ‚meckern‘ nicht nur, wir zeigen auch konstruktiv Alternativen auf (Gestaltung Neuer Markt, Entlastungsstraße: schrittweises Vorgehen [erst einmal nur einen Kreisel, Entwicklung abwarten, dann eventuell weitere Schritte erwägen], Hochwasserschutz vor Bauinteressen). Der Skandal, den Herr Suffner hier anspricht, ist nicht das Vorgehen von WirFÜRVechta, vielmehr ist es der Umgang mit unseren Vorschlägen durch die Regierenden. Oppositionelle Arbeit wird durch solche Kommentare und Äußerungen in die Nähe von Hochverrat gerückt und damit verlassen wir dann endgültig den Boden der Demokratie.

Demokratie lebt vom Mitmachen, vom Miteinander. Demokratie stirbt mit Zurücklehnen und dem Verharren in Selbstherrlichkeit, vom Gegeneinander und vom Mundtotmachen der beteiligten Kräfte. Diffamierungen, Ignoranz und Totschweigen können nicht Bestandteile einer funktionierenden Demokratie sein, auch nicht, wenn sie sprachlich sauber verpackt, ja versteckt werden. Wo ist da das „Überparteilich Christliche“, wo sind da die Werte, die die CDU in ihrem ersten Buchstaben vertritt, wo ist da das Ausgewogene? Sicher, Kritik, vor allem negative, ist unangenehm, aber sie kann auch produktiv werden und letztlich zu einem besseren und lebenswerteren Umfeld in Vechta führen. Die alleinseligmachende Wahrheit hat niemand gepachtet. Und WirFÜRVechta nimmt das auch für sich nicht in Anspruch. Darum kommt es eben auf Kooperation an und nicht auf Parteidisziplin und Machterhalt. Die Gewinner müssen und können nur die Bürgerinnen und Bürger Vechtas sein. Ihr Wohl ist das einzige Gut, das alle Ratspolitiker im Blick haben sollten. Daran mitzuwirken ist unsere Aufgabe. Und die nehmen wir ernst.

Bürgermeister-Kühling-Platz?

In der OV vom 08.03.2011 sagen einige Bürger auf Seite 9 ihre Meinung.

So sagt Maik Asbrede:

Ich weiß nicht, wo auf dem Petersburgkreisel ein Platz sein soll, bis auf diese schöne blaue Statue, die leider auf einem „bescheidenen“ silbernen Sockel steht. Wenn man in Vechta etwas nach Personen wie den wirklich in allen Ehren zu haltenden Bürgermeister Kühling benennt, dann doch bitte richtige Plätze oder Straßen … Warum sollte es im entstehenden Baugebiet auf dem Oyther Berg nicht auch eine „Bürgermeister-Kühling-Straße“ geben?

Udo Vornhusen schreibt:

Da müsste man dann vor allem die Angehörigen fragen. Allerdings sehe ich nicht, wo dort ein Platz sein soll … Dort ist kein Platz. Dort fahren Autos im Kreis, um vor allem wonanders hinzukommen … Wie wäre es mit: Am Kreis Petersburg“

Und Peter Hampf bringt es dann auf den Punkt:

Inhaltlich kann ich Udo Vornhusen nur zustimmen. Ein Kreisel ist kein Platz, sondern ein Instrument zur Steuerung des Verkehrsflusses. Da könnte man genauso gut jeder Ampelanlage einen Namen geben. Vielleicht hören wir dann demnächst aus dem Navi: „Biegen Sie an der Bartels-Ampel links ab.“ 🙂

—————————–

Recht haben sie alle zusammen. Und wir fragen uns, wie denn dann der zweite Kreisel heißen soll. Es kann doch nicht sein, dass ein Kreisel einen Namen bekommt und der Zwilling im Osten namenlos bleibt.

Bernd Kühling hat Besseres verdient, als als Kreiselnamensgeber zu fungieren. Es gibt so viele schöne Paare, die als Paten herhalten könnten, die auch in der Weltliteratur zum Teil schon zu Ruhm und Ehren gelangt sind:

  • Caesar und Cleopatra
  • Castor und Pollux
  • Dick und Doof
  • Patt und Patterchon
  • Auf und Davon
  • Hin und Her
  • Ab und Zu
  • Westerwelle und Mronz
  • Bonnie und Clyde
  • Romeo und Julia
  • Dalinghaus und Esslinger
  • Die Schöne und das Biest
  • Cindy und Bert
  • Tarzan und Jane

Ehrung Bürgermeister Kühling

Er war ein Original. Er hat sich verdient gemacht um die Stadt, um die Feuerwehr, um den Stoppelmarkt und um vieles andere mehr. Die Rede ist vom ehemaligen Bürgermeister Bernd Kühling, der am 4.12.2010 verstarb. Seine Verdienste sind anerkennenswert. Mit ihm verstarb ein politisches Urgestein in Vechta, ein Lokalpolitiker von altem Schrot und Korn; kantig und gesellig, unbequem und geradlinig, auf jeden Fall aber verlässlich. Ihm zu gedenken ist eine ehrenvolle Aufgabe.

Aus diesem Grund hat die Fraktion von WirFÜRVechta für die Ratssitzung am 14.3.2011 einen Antrag formuliert und dem jetzigen Bürgermeister schriftlich zugestellt, zum Beispiel eine Straße (vielleicht eine, die zum Stoppelmarkt führt) nach Bernd Kühling zu benennen. Dieser Antrag wurde am 2.3.2011 auf unserer Internetseite eingestellt und ist damit öffentlich lesbar.

„Ehrung des Bürgermeisters Bernd Kühling

die Wir-FÜR-Vechta-Fraktion möchte mit einem Straßennamen an unseren ehemaligen Bürgermeister Bernd Kühling erinnern.

Bernd Kühling fühlte sich dem Stoppelmarkt in besonderer Weise verbunden. Aus diesem Grund beantragt WFV, möglichst eine zum Stoppelmarktgelände führende Straße dafür auszuwählen.“

Und heute in der Zeitung, der OV (OV vom 7.3.2011, Seite 7)? Scheinbar kann auch die CDU lesen, denn sie will „ehemalige Bürgermeister würdigen“. Gleiche Idee zur gleichen Zeit? Zweifel sind angebracht. Gut, sie will gleich mehrere ehren und würdigen. Aber warum genau jetzt? Und warum soll er Namensgeber für einen Kreisverkehr an einer Entlastungsstraße werden, die er selbst in dieser Form nie gewollt hat? Will man hier suggerieren, dass alles, was die CDU heute verzapft (ich vermeide hier bewusst den Begriff „vollbringt“), in einer langen und ehrwürdigen Tradition steht? Ach Bernd, könntest du nur reden zu deinen politischen Hinterbliebenen, dein Wort wäre wie Donnerhall!

Aber Ideenklau ist salonfähig geworden und wird auch weiter munter betrieben. Bleibt abzuwarten, wann endlich auch in Vechta Verantwortliche Titel abgeben und dafür ihren Hut nehmen dürfen. Im September vielleicht, wenn der geschätzte und aufmerksame Wähler das Wort hat?

Es ist schade, dass die CDU selbst im Falle einer Ehrung eines verdienten und verstorbenen Bürgers und Bürgermeisters nicht einfach einmal zustimmen und sagen kann: „Eine gute Idee der Opposition. Wir stimmen zu!“

Aber eher fließt der Moorbach rückwärts, die Feuerwehr legt Brände, der Stoppelmarkt fällt aus.

————————–

In diesem Zusammenhang ging heute (08.03.2011) folgender Leserbrief unseres Fraktionsvorsitzenden Dieter Rehling an die OV zu Hd. Herrn Hoffmann:

Es scheint ein neuer Volkssport zu werden, sich mit fremden Federn zu schmücken. Kaum hat die CDU die Einladung mit dem Tagesordnungspunkt „Ehrung Bürgermeister Kühling“ für die Ratssitzung am 14. März zur Hand, lässt sie erklären, verdiente Bürger der Stadt Vechta mit Straßennamen zu ehren. Es ist fast eine Kopie des Ratsantrags von WirFÜRVechta. So langsam reicht es – Plagiate, wohin das Auge blickt: erst die Gestaltung Neuer Markt und nun auch die Ehrung des verdienten Ehrenbürgers und Ehrenbürgermeisters Bernd Kühling. Wie sehr muss die CDU Vechta mit dem Rücken zur Wand stehen, wenn sie sich inzwischen nicht einmal mehr zu schade ist, einen verstorbenen Parteifreund vor den Karren ihrer eigenen Ideenlosigkeit zu spannen? Das hat Bernd Kühling nicht verdient. WFV hat längst den Ratsantrag zur Ehrung gestellt.

Gegenkandidat der Opposition?

Während eines Treffens von Vetretern der Oppositionsparteien im Rat der Stadt Vechta am 03.03.2011 wartete die SPD mit einem Gegenkandidaten bei der Bürgermeisterwahl auf. Sie brachte den Namen Hubert Wolking ins Spiel. Wolking ist Kriminalkomissar und seit vielen Jahren Mitglied des Stadtrates für die SPD. Grundsätzlich, so wurde eingebracht, sei er für eine Kandidatur bereit, bitte sich aber Bedenkzeit aus. Abhängig macht er eine Zusage offensichtlich davon, ob sich die Oppositionsparteien, also auch WirFÜRVechta, im Falle einer Kandidatur hinter ihn stellen würden.

Die Mitglieder des Vereins WirFÜRVechta und die Ratsmitglieder werden sich in der kommenden Woche zusammensetzen und das Für und Wider einer solchen Kandidatur erörtern. Bis zum 24.03.2011 sollen sich die Oppositionsparteien dann zu einer möglichen Kandidatur positioniert haben und ihr Votum in einem erneuten Treffen der Oppositionsvertreter abgeben.

Bürgernähe und Transparenz sind wichtige Anliegen von WirFÜRVechta. Darum rufen wir Sie auf: Teilen Sie uns Ihre Meinung mit! Schreiben Sie uns an, ob im Kommentar oder per Mail. Diskutieren Sie mit uns Für und Wider einer Kandidatur von Herrn Hubert Wolking.

Haben Sie noch andere Ideen? Kennen Sie Personen, die das Amt des Bürgermeisters auch noch bekleiden und ausfüllen könnten? Nur Mut – nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Neuer Vorstand

Mit 18 Tagesordnungspunkten war es ein umfangreiches Arbeitsprogramm, das die Mitglieder von WirFÜRVechta im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung am 02.03.2011 zu absolvieren hatten. Der Vorsitzende Carsten Bösing berichtete aus der Arbeit des Vereinsvorstands, Ratsmitglied und Fraktionsvorsitzender Dieter Rehling gab einen Bericht über die Tätigkeit im Rat der Stadt Vechta ab und stellte die Themen der politischen Vertreter des Vereins im Rat heraus, die in den nächsten Wochen und Monaten einen wichtigen Teil der Arbeit ausmachen werden. Wie zu erwarten war, benannte er als eines dieser herausragenden Themen vor allem den Kommunalwahlkampf und natürlich die Wahl eines neuen Bürgermeisters oder vielleicht auch einer Bürgermeisterin.

Einstimmig wurde dann nach kurzer Aussprache der alte Vorstand entlastet und der neue gewählt.

Der neue Vorstand

Der Vorsitzende Carsten Bösing (2.v.l.) und der stellvertretende Vorsitzende Horst Bojes (2.v.r.) wurden einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Als Beisitzerin der politischen Vetretung des Vereins wurde Ratsherrin Antje Behrmann (r.) wieder in den Vereinsvorstand entsandt. Als Kassenführerin wurde Barbara Schilz und als Schriftführer das jüngste Vereinsmitglied Johannes Sieve (l.) gewählt.

Raimund Schulte schied nach 5 Jahren aus dem Vorstand als Kassenführer aus und wird sich künftig verstärkt der Pressearbeit und der Mitbetreuung des Internetauftritts widmen.

Es gibt viel zu tun – packen wir’s an!