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Pressesprecher der Wählerinitiative "WirFÜRVechta"

Gemaßregelt – Leserbrief von F. Hölzen

In der OV vom 09.04.2011 wurde auf S. 19 der Leserbrief von Frank Hölzen im eingereichten Wortlaut abgedruckt. Hier der vollständige Text:

In einem Antwortschreiben auf eine Anfrage des CDU-Bundestagsabgeordneten Holzenkamp weist das Bundesverkehrsministerium den Vorwurf  von Bürgermeister Bartels, „rechtsstaatlich nicht akzeptabel“ gehandelt zu haben, scharf zurück und wirft ihm im Gegenzug vor, Sachverhalte falsch wiedergegeben und die Projektbeteiligten nicht umfassend und vollständig über den Planungsverlauf informiert zu haben.

WirFÜRVechta hat wiederholt öffentlich auf genau diese Lücken in der Informationspolitik in Rat und Ausschüssen hingewiesen. Zur öffentlichen Kontrolle wurden die belegenden Dokumente auf der Internetseite www.wir-fuer-vechta.de eingestellt und sind dort einsehbar.

Dennoch musste ich mir immer wieder den Vorwurf der Lüge bzw. Unwahrheit gefallen lassen, gegen den ich mich auf das Schärfste verwahre. Und obwohl die Beweislast der Schreiben erdrückend ist, wurde ich noch vor wenigen Tagen vom Bürgermeister erneut attackiert.

So ein Verhalten ist nicht hinnehmbar und zeigt, wie verzweifelt Bürgermeister und Ratsmehrheit versuchen, Kritiker mundtot zu machen. Das ist dann allerdings tatsächlich rechtsstaatlich nicht akzeptabel und hat mit Demokratie nichts mehr zu tun.

Das Schreiben des Bundesministeriums stellt ein vernichtendes Urteil über den Bürgermeister dar, das an Deutlichkeit nicht zu überbieten ist. Es ist wahrscheinlich beispiellos, dass ein Vechtaer Stadtoberhaupt derart von einer Bundesbehörde gemaßregelt wurde.

Protokoll der offenen Sitzung vom 06.04.2011

Die Sitzung beginnt mit einer Vorstellung der Anwesenden (Gäste und Vereins- bzw. Ratsmitglieder).

TOP 1: Fünf-Punkte-Plan zum Thema Stadtbus (Gaststatement von Maik Asbrede)

Zentrale Ideen:

  • Verlegung der Haupthaltestelle in die Große Straße (größere Nähe zu den Geschäften)
  • Einrichtung eines 30-Minuten-Takts (flexiblere An- und Abreise)
  • Anpassung an Fahrtzeiten der Bahn (Einbindung von Gästen von außerhalb)
  • Erweiterung des Liniennetzes und Anbindung von Langförden, Lutten, Bakum
  • Überprüfung der Einsatzdauer auf bestimmten Linien (am späteren Abend keine Gäste mehr)
  • Kontaktaufnahme mit dem Busunternehmen Wilmering

TOP 2: Aktuelles aus dem Rat und den Ausschüssen

  • Für die neue Eventhalle wird eine Zuschauerkapazität von mindestens 1500 Leuten notwendig sein. Sie soll für den Verein Rasta Vechta nutzbar sein, zusätzlich aber auch für Veranstaltungen der Stadt oder Schulen. Investoren wären: Stadt Vechta, Rasta Vechta und ein nicht genannter Investor. Kosten 2 Mio. €
  • Neubau einer Mensa in der Marienschule in Oythe geplant.
  • Das Haus der Jugend soll einen Backstagebereich bekommen.
  • Geplante Veranstaltung am 1. Mai an der Zitadelle (Präventionsrat): Livemusik (lokale Nachwuchsbands) für 500 Gäste, nur Bier im Ausschank, Security auf dem Gelände, Eintritt 3 Euro (incl. Wasser gratis, pro Besucher eine Bratwurst)
  • Neubau des Kino-Centers: Fassadengestaltung und Namen sind noch unklar – Sache des Betreibers
  • Ausstattung des Wasserwerks mit Solarzellen soll 90.000 € kosten (WfV [Rehling] hat dagegen gestimmt); Betriebsleiter Kleier fordert eine Zusammenlegung und Erweiterung von Büros des Klärwerks und des Wasserwerks.

TOP 3: Überregionale Zusammenarbeit

Kontrovers diskutiert wird die Frage, ob Wählergruppen auch zu bundespolitischen Themen Stellung beziehen oder sich auf kommunale Fragen beschränken sollen. Ihre Stärke und ihr Ursprung liege aber eindeutig und vorrangig auf kommunaler Ebene, auch wenn Politikinteresse oft über Bundesthemen geweckt werde. Zusammenschlüsse von kommunalen Wählergruppen führe zur Glättung der Themenschwerpunkte. Äußerste Ebene der Zusammenarbeit könne daher die Kreisebene sein.

4. Aussprache

Das Bundesverkehrsministerium  entkräftet nun offiziell die Lügenvorwürfe an Frank Hölzen (Bericht der OV vom 6.4.2011). Es folgt eine offene Diskussion über unsere alternativen Vorschläge zur Entlastungsstraße und Probleme, die die aktuelle Planung mit sich bringt. Es zeigte sich, dass einige wesentliche Fakten den anwesenden Gästen nicht bekannt waren.

Protokoll: Johannes Sieve

„Ablenkungsmanöver“?

Der Bürgermeister fühlt sich laut Meldung der OV vom 8.4.2011 (S. 10) vom Bundesverkehrsministerium nicht richtig verstanden, nicht richtig zitiert und wirft nun auch der OV vor, das Schreiben des Ministeriums nicht richtig verstanden bzw. richtig wiedergegeben zu haben.

Im Schreiben stehe nichts von ‚falscher Wiedergabe von Sachverhalten‘ oder einer ‚Kritik an der Informationspolitik der Stadt Vechta‘. „Das sei in der OV falsch dargestellt worden“, heißt es in der Meldung der Tageszeitung. Auch dem Ministerium wirft Bartels vor, im Schreiben falsche Aussagen gemacht zu haben:

Das Ministerium versuche mit nebulösen Andeutungen und falschen Behauptungen vom Kern seiner Kritik abzulenken, sagte Bartels gestern. So sei es falsch, dass das Ministerium erst durch den gegnerischen Anwalt von der OVG-Klage erfahren habe. Die Aktivitäten der Kläger seien immer Gegenstand aller Gespräche gewesen. Es treffe auch nicht zu, dass es eine Verständigung darüber gegeben habe, die OVG-Entscheidung abzuwarten.

Alle sind auf dem falschen Dampfer, nur der Bürgermeister nicht. Und darum springt ihm ja nun auch noch der CDU-Fraktionsvorsitzende bei: „Der Bürgermeister hat immer ordentlich informiert.“

Interessant dabei ist vor allem, dass gerade der Fraktionsvorsitzende Dalinghaus aus allen Wolken fiel, als er das Schreiben an den Bürgermeister vom 16.12.2010 zum ersten Mal sah. Und er hat es nicht etwa von Bartels gesehen, nein, Herr Hölzen hatte es in der Podiumsdiskussion bei Sextro dabei und Herrn Dalinghaus damit konfrontiert. Der allerdings bezeichnete Herrn Hölzen damals daraufhin als Lügner und unterstellte sogar, das Schreiben manipuliert zu haben. Ein wirklich lächerlicher Vorwurf.

In diesem Schreiben ist auch nachzulesen, dass Einigung darin bestanden habe, zunächst das Urteil des OVG Lüneburg abzuwarten, ein Umstand, dem Herr Bartels nun auch widerspricht, und das, obwohl inzwischen wirklich jeder nachlesen kann, dass genau das in dem Schreiben steht. Wenn diese Information nicht stimmt, dann fragt man sich doch, warum Bartels nicht bereits im Dezember dieser Vereinbarung widersprochen hat.

Augenwischerei, Ablenkungsmanöver, Lügenvorwürfe  – der Ton wird schärfer. Aber ich habe einmal gelernt: Wer am lautesten brüllt, der hat die schwächsten Argumente.

Hubert Wolking tritt an

Nachdem sich nun die FDP gerührt hat und Hubert Wolking im Wahlkampf aktiv unterstützen will, erklärt sich das langjährige Ratsmitglied der SPD bereit, bei der Bürgermeisterwahl im September gegen den Unionskandidaten Gels anzutreten.

WirFÜRVechta nimmt diese Entscheidung mit Freude zur Kenntnis, denn so haben die Bürgerinnen und Bürger Vechtas eine wirkliche Alternative bei der anstehenden Wahl. Wie wir bereits mehrfach betont haben, war und ist es unser Anliegen gewesen, durch unsere Neutralität in dieser Frage, Herrn Wolking den Entschluss zur Kandidatur zu erleichtern. Für uns war es keine Option, uns im Vorfeld der Wahl auf einen Kandidaten festzulegen und ihm unbedingte Unterstützung zuzusagen, denn so hätten wir uns nach unserer Ansicht zu sehr an eine Person gebunden und uns dabei gleichzeitig die Möglichkeit erschwert, in der Sache wenn nötig auch hart mit einem künftigen Bürgermeister zu streiten.

Hier hätte unsere unabhängige und sachorientierte Einstellung auf dem Spiel gestanden. Die Wahl eines Bürgermeisters aber sollte sich über Parteigrenzen hinweg wirklich an der kandidierenden Person orientieren. Da kann es nicht um die „Eroberung“ oder „Rückeroberung“ des Rathauses gehen. Das Amt und die damit verbundenen Aufgaben müssen der Mittelpunkt der Betrachtung sein, nicht die Parteizugehörigkeit des Kandidaten. Die anstehende Wahl ist ein demokratisch-politischer und kein kriegerisch-militärischer Akt.

Wir danken beiden Kandidaten für die Bereitschaft zur Kandidatur und wünschen ihnen im fairen Wettstreit eine glückliche Hand und die Auswahl sachlich überzeugender Argumente.

Darauf kommts an!

Mangelhafte Informationspolitik – Schreiben des Ministeriums

Nach einer Meldung der OV vom 06.04.2011 (S. 10) wirft das Bundesverkehrsministerium Bürgermeister Bartels „mangelhafte Informationspolitik“ vor und begründet damit, dass die Genehmigung der Kreuzungsvereinbarung bisher versagt und daher das geplante Drittel der Baukosten nicht angewiesen wurde. Damit reagiert das Ministerium auf die Aussage des Bürgermeisters, das Verhalten des Ministeriums sei „rechtsstaatlich nicht akzeptabel“.

Weiter heißt es, „Sachverhalte seien von Bartels falsch wiedergegeben und die Projektbeteiligten DB Netz AG, die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und das Bundesverkehrsministerium nicht über den Planungsverlauf informiert worden (…) Bartels‘ Kritik sei ‚in keinem Fall sachbezogen‘.“

Seit April 2008 habe das Bundesverkehrsministerium die Realisierung der Entlastungsstraße mehrfach unterstützt. Im September 2009 habe man von der Anwohnerklage gegen den Bebauungsplan der Bahnunterführung erfahren, allerdings von den Rechtsanwälten der Kläger.

Wegen dieser Klage habe man die Bezuschussung der Straße eingefroren, bis das OVG Lüneburg sein Urteil gefällt habe. „Das sei der Stadt Vechta im Oktober 2010 auch mitgeteilt worden. Damals habe Einigung darin bestanden, die OVG-Verhandlung (…) abzuwarten, heißt es in dem Schreiben.“

WirFÜRVechta hat wiederholt auf genau diese Zusammenhänge hingewiesen, was sie auf dieser Seite mehrfach nachlesen können, und musste dafür hinnehmen, dass Ratsmitglied Hölzen als Lügner (und / oder Unwahrheitsager) beschimpft und verunglimpft wurde. So bestätigte sich in der Vergangenheit auch im Rat der Stadt Vechta, dass eben nicht alles glatt und problemlos läuft mit dem Bau der Straße. Der Bürgermeister hat nicht nur das Bundesministerium mit Teilinformationen (oder falschen?) versorgt, auch vor heimischer Kulisse ließ er die Ratsmitglieder über wichtige Details im Dunkeln. Unkritische Haltung im Rat lässt das auch zu, denn die Befürworter der Entlastungsstraße sind ja an positiven Meldungen interessiert oder filtern aus dem Gesagten nur das heraus, was sie gerne hören würden.

Das Urteil des Ministeriums ist vernichtend und zeigt, wo es wirklich im Argen liegt: mangelhafte Informationspolitik!

Mangelhaft wird als Schulnote so definiert: „Die Leistungen entsprechen nicht den Anforderungen; jedoch sind Grundkenntnisse vorhanden.“ Damit ist eine Versetzung gefährdet. Setzen, Herr Bürgermeister!