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Pressesprecher der Wählerinitiative "WirFÜRVechta"

Gelbe Tonnen

Ich bin ein gelber Sack …

Seit vielen Jahren liegen sie regelmäßig an den Straßen – die gelben Säcke. Dünnhäutig und verbeult stapeln sie sich vor Einfahrten, auf Gehwegen. Der Bandzug zum Verschließen der Säcke reißt oft aus, weil nichts die Zugbänder zu halten vermag. Scharfkantige Gegenstände wie Konservendosen oder Aluschalen, Aufschnittverpackungen oder einfache zusammengefaltete Milchtüten (Tetra-Packs) ritzen die Säcke auf. Die Lösung wäre Klebeband oder der Sack im Sack.

Als die Säcke vor etlichen Jahren in Vechta eingeführt wurden, gab es sogar noch den roten Bruder zum gelben Sack. Der Bürger sollte vorsortieren – blöd nur, dass beim Abholen gelbe und rote Säcke wieder in einem Müllfahrzeug landeten, dort aufplatzten und die Sortierarbeit weitestgehend zunichte machten. Auf zahlreiche Anfragen und Hinweise aus der Bevölkerung hin wurden die roten Säcke dann nach ein paar Jahren abgeschafft und von nun an landete alles in den gelben Säcken.

… und ich der große Bruder

WirFÜRVechta schlägt vor und will sich dafür einzusetzen, in Stadt und Landkreis so bald wie möglich die gelbe Wertstofftonne einzuführen. Vielleicht wäre ja das Leipziger Projekt Gelbe Tonne Plus ein Vorbild.

Dann gehörten aufgerissene Säcke an Straßen, vom Winde verwehter Plastikmüll der Vergangenheit an. Außerdem sind die gelben Säcke ja selbst auch Müll – die Tonne aber könnte man immer wieder benutzen.

Zu diesem Thema finden Sie Lesermeinungen auch in der heutigen Ausgabe der OV (01.04.2011) auf S. 9

Schreiben Sie uns als Kommentar Ihre Meinung und Erfahrungen mit Sack oder Tonne. Politik lebt vom Mitmachen. Melden Sie sich.

Wolking mit Haltung sehr zufrieden

Die OV greift in ihrer Ausgabe vom 30.03.2011 auf S. 10 die Presseerklärung von WirFÜRVechta auf und zitiert dazu den möglichen zweiten Bürgermeisterkandidaten Hubert Wolking, die Haltung unserer Wählerinitiative sei zu begrüßen. Sie sei das Ergebnis eines langen Gesprächs mit dem Vorstand und Fraktionsmitgliedern. Weiter sagte er:

Ich bin froh, dass diese Gespräche stattgefunden haben. Für mich war es sehr positiv, weil sie sich entschieden haben, beide Kandidaten als gleichwertig anzusehen – verbunden mit dem Wunsch, dass ich antrete. Mehr hätte ich gar nicht erreichen können.

Nun scheint es an der FDP zu hängen, ob es wirklich zu einem Duell der beiden Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters kommen wird. Am 5. April, so berichtet die OV, werde es zu einem Treffen beider Bewerber mit Vertretern des FDP-Stadtverbandes kommen. Erst dann wollen sich die Freien Demokraten positionieren.

Hubert Wolking oder ...

... Helmut Gels

Hoffen wir, dass diese Position so ist, dass Herr Wolking dann endgültig sein OK für eine Kandidatur gibt, denn wir begrüßen es sehr, wenn die Bürgerinnen und Bürger bei der Wahl auch eine wirkliche Auswahl hätten.

P.S. Leider verzichtet auch in diesem Artikel die OV wieder einmal darauf, unsere Internetadresse zu nennen, obwohl wir ausdrücklich darum gebeten hatten.

Das Nachdenken hat bereits begonnen

In der OV vom 29.03.2011 äußert Andreas Kathe seine Meinung zum Umgang mit der Atomkraft und stellt fest: „Wir haben keine Erdbeben und das nächste Atomkraftwerk steht bei Lingen, gut 60 km weit weg. Energiepolitik holt uns im Landkreis Vechta wohl eher ein, wenn wir über Biogasanlagen, Solardächer und Windenergieparks reden.“ Und weiter stellt er fest, dass „Glaubwürdigkeit und Gradlinigkeit (…) auch in der Kommunalpolitik tragende Elemente“ seien. Im darüber abgedruckten Artikel wird der Landesvorsitzende der CDU, Franz-Josef Holzenkamp, zitiert mit den Worten: „Wir können doch jetzt nicht alles in Frage stellen, wofür wir immer gestanden haben.“ Also alles wie gehabt. Gradlinigkeit und Beständigkeit – egal, was auch kommen mag?

AKW Lingen

Doch der Reihe nach:

Richtig an der Aussage von Herrn Kathe ist zunächst einmal die Entfernung von Lingen bis Vechta – es sind tatsächlich ca. 60 km. Doch das war es dann aber auch schon.

Windkarte, wie sie für Windräder benutzt wird

Wichtig zu wissen ist, dass Deutschland mit seiner Lage in Europa in einer Westwindzone liegt. Überwiegend weht der Wind in der nördlichen Hälfte Deutschlands mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von drei bis vier Meter pro Sekunde (ca. 15 km/h) also von West nach Ost. Das AKW Lingen liegt etwa auf 52°29‘ N westlich von uns, der Dümmer liegt auf dem selben Breitenkreis, Vechta auf 52°43‘ N.

Sollte es im AKW Lingen also zu einem Störfall kommen, wäre eine radioaktive Wolke bei Westwind mit der oben genannten Durchschnittsgeschwindigkeit in vier Stunden bei uns. Das wäre aber nur Windstärke 2. Wenn‘s heftiger weht, geht’s eben schneller. Erdbeben haben wir nicht. Stimmt. Aber Sicherheit? Muss immer die Erde beben vor einem Störfall?

Die Wahlergebnisse in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben einen „Japan-Effekt“ mitgenommen. Aber so ganz einfach scheint es dann doch nicht zu sein. Ein Umdenken hat bereits begonnen, und nicht alles lässt sich auf Japan zurückführen. Und in der Atompolitik ist ein Umdenken lange überfällig. Allein die Tatsache, dass man nach wie vor daran festhalten will – Herr Brüderle hat es gesagt und muss zum Mai deshalb ja auch „vom Netz gehen“, sprich, sein Amt zur Verfügung stellen – zeigt doch, wie ernst es der Regierung mit dem Moratorium und dem Ausstieg ist. Bis dahin verrichtet Brüderle seinen Job quasi wie in einem Abklingbecken.

„Wir können doch jetzt nicht alles in Frage stellen, wofür wir immer gestanden haben.“ Das nenne ich salopp das „Steinzeitargument“:

So war das damals ...

„Wir sollen unsere Höhlen verlassen und in Hütten ziehen – wo kommen wir denn da hin? Wir können doch nicht alles in Frage stellen … — Was hast du da erfunden? Das Rad? Was soll das denn? Geh weg. Wir können doch nicht …“

Dieser Satz von Herrn Holzenkamp hat in dem Zusammenhang schon fast etwas Weinerliches und Verzweifeltes. Doch, Herr Holzenkamp, genau das wird von der CDU erwartet. Stellen Sie in Frage. Bewegen Sie sich mit der CDU endlich. Japan ist letztlich überall und wahrscheinlich war es bisher einfach nur Glück, dass alles glatt gegangen ist. Und sicher war es auch eine Menge Geld, die alles glatt gehen lassen musste. Aber eines ist gewiss: Die Energiezukunft MUSS anders aussehen. Atomkraft kann und wird es nicht sein. Und je eher auch in den Politikerköpfen dieses Umdenken einsetzt, desto besser für uns alle.

„Die Bürger wollen sich nicht länger hinters Licht führen lassen.“ Darin stimmen wir Herrn Kathe zu. Und es ist endlich Zeit, dass Leben und Gesundheit aller Bürgerinnen und Bürger vor Milliardengewinne der Atomindustrie treten, auch wenn damit etwas in Frage gestellt wird.

Die Mehrheit hat nicht immer recht

Menschen leben zusammen in einer Stadt, sie wohnen, sie arbeiten, gestalten ihre Freizeit, bilden sich, werden versorgt, wenn sie krank sind, oder sie versorgen sich selbst, wenn sie z.B. einkaufen. Dazu nehmen sie auch immer wieder am Verkehr teil, um von A nach B zu gelangen. So etwas nennt man Daseinsgrundfunktionen.

Damit die Bewohner einer solchen Stadt diese Grundbedürfnisse ihres Lebens auch erfüllen können, werden Einrichtungen geschaffen, die das ermöglichen: Wohngebiete, Gewerbegebiete, Sport- und Freizeitstätten wie Kinos oder Gaststätten, Kindergärten, Schulen und Hochschulen, Krankenhäuser, Seniorenheime, Ärztehäuser und Geschäfte zur Deckung des täglichen Bedarfs.

Bedarf ist das Stichwort. Jeder Mensch hat Bedarf, hat diese Bedürfnisse.

Warum aber äußert er sie nicht? Warum lässt er sich oftmals sagen, wo und wie er seine Bedürfnisse befriedigen kann? Warum sagt er nicht, was er benötigt, um wirklich zufrieden in einer Stadt und mit seinen Mitmenschen zu leben. Warum leitet er Zufriedenheit ab aus dem, was ihm geliefert wird und nicht aus dem, was er sich selbst schaffen konnte oder was aufgrund seiner Idee geschaffen werden konnte?

Die Masse irrt nicht! Und hier ist wirklich einmal die Masse gemeint, nicht die Mehrheit, wir alle sind gemeint und nicht nur ein Teil, nicht einmal ein großer Teil.

Um das verständlich zu machen, stelle man sich einmal Folgendes vor: In einem Schaufenster auf der Großen Straße in Vechta ist ein großes Einkochglas aufgestellt, das bis zum Rand mit Erbsen gefüllt wurde. Demjenigen, der die Zahl der Erbsen am besten schätzt, winkt ein ansehnlicher Preis. Viele finden das Angebot verlockend und geben ihren Tipp ab, und tatsächlich gewinnt am Ende einer, denn einer muss ja am nächsten dran gewesen sein mit seinem Tipp, auch wenn er sich um 250 oder mehr Erbsen verschätzt haben sollte. Schön für ihn, ärgerlich für die anderen.

Das alleine aber ist nicht wirklich interessant und nahezu banal. Viel interessanter ist ein anderes Phänomen: Nimmt man alle abgegebenen Tipps zusammen und errechnet dann den Mittelwert, so fällt auf, dass dieser Wert der Masse der tatsächlichen Anzahl der Erbsen erstaunlich nahe kommt. Die Abweichung ist deutlich kleiner und manchmal sogar so genau, dass die exakte Anzahl Erbsen am Ende steht.

So ähnlich wäre es auch in einer Stadt. Wenn dort einige für sich einen Tipp abgeben bei einem gestellten Problem, dann ist die Aussicht auf Erfolg gering. Am Ende gewinnt den Preis ein Einzelner, zufällig. Wenn aber alle Meinungen einfließen können bei einer Aufgabe, dann ist die Chance, die optimale Lösung zu finden um ein Vielfaches größer.

Doch zeigt das Erbsenbeispiel auch noch etwas anderes: Es kommt nicht darauf an, dass nur Mathematiker oder sonstige vermeintlich kluge Köpfe teilnehmen oder der Gemüsebauer, der sich mit Erbsen auskennt, nicht nur der Zaghafte und nicht nur der Ungestüme. Der Zaghafte wird weit unter der realen Zahl bleiben, der Ungestüme weit darüber. In der Mischung liegt das Lösungsgeheimnis.

So auch in der Stadt und bei den Aufgaben, die sich dort stellen. Nicht der Ungestüme allein hat recht, auch wenn seine Zahlen imposant erscheinen und die Mitstreiter beeindrucken mögen. Nicht der Zaghafte kommt der Lösung nah, auch wenn man denken mag, Bescheidenheit sei eine Zier.

Alle Bürgerinnen und Bürger zusammen haben mit ihren Meinungen gleichen Anteil am Erreichen der richtigen Lösung.

Aus diesem Grund interessiert uns JEDE MEINUNG in Vechta, denn nur ZUSAMMEN können wir das Ziel erreichen, dass die Bedürfnisse aller erfüllt werden können. Und diese Bedürfnisse wissen doch nur alle Bürgerinnen und Bürger.

Warum tun wir also so, als wüssten die Politiker allein, was gut für die Stadt ist? Und noch schlimmer: Warum tun wir so, als wüssten nur die Politiker einer Partei, was gut für die Stadt ist? Wir alle sind die Stadt und wir alle zusammen wissen am besten, was gut für uns ist.

Freies und unabhängiges Votum

WirFÜRVechta begrüßen im Rahmen der bevorstehenden Bürgermeisterwahl die mögliche Kandidatur von Hubert Wolking und die von Helmut Gels, die unseres Erachtens beide fachlich und menschlich für dieses verantwortungsvolle Amt in hervorragender Weise geeignet sind.

Damit wäre den Bürgerinnen und Bürgern mit der Aufstellung von zwei Kandidaten eine echte Wahlmöglichkeit eröffnet. Besonders  würden wir hierbei Herrn Wolking danken, wenn er sich zur Wahl stellte.

Da beide Kandidaten aber parteipolitisch eingebunden sind, werden wir uns als Fraktion bzw. Wählerinitiative nicht unmittelbar am Bürgermeisterwahlkampf beteiligen und auch auf eine entsprechende Wahlempfehlung verzichten, um uns die Möglichkeit offen zu halten, sachorientiert und von Fall zu Fall neu entscheidend den künftigen Bürgermeister in seiner Arbeit zu unterstützen oder aber auch, wenn es sein muss, heftig zu kritisieren. Das schließt jedoch nicht aus, dass wir uns bereits im Wahlkampf in Bezug auf Ideen und Einstellungen beider Kandidaten von Fall zu Fall positionieren werden.

Ob und inwieweit Mitglieder der Wählerinitiative einen der beiden Kandidaten unterstützen wollen, ist ihnen selbstverständlich freigestellt, denn bei uns gibt es keinen „Fraktionszwang“ und jedes Vereins- oder Ratsmitglied ist ausschließlich seinem Gewissen unterworfen. WirFÜRVechta gewährt damit jedem Mitglied größtmögliche demokratische Entscheidungsfreiheit, ein Kernmerkmal unserer unabhängigen Wählerinitiative.

Es wäre wünschenswert, wenn es den übrigen in Vechta vertretenen Parteien gelänge, auch ihren Mitgliedern und Freunden diese Freiheit der Entscheidung zu lassen, ohne, in welcher Weise auch immer, die Geschlossenheit der Partei zu beschwören oder gar diszipliniertes Wahlverhalten einzufordern.